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Die TV- und Kinospots der BZgA zur Aidsaufklärung

Seit 1987 hat die BZgA nahezu 90 Spots gegen HIV und Aids produziert.  Innerhalb der Kampagne „Gib Aids keine Chance“ haben die TV- und Kino-Spots die Aufgabe, ein Klima der offenen Kommunikation zu schaffen und Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit des Schutzes herzustellen. Nicht zuletzt die Spots haben wesentlich dazu beigetragen, das Thema HIV/Aids und individuelles Schutzverhalten zu enttabuisieren und das Kondom als selbstverständliches Utensil zu platzieren. Laut der alljährlich wiederholten BZgA-Repräsentativbefragung „Aids im öffentlichen Bewusstsein“  sind die TV- und Kino-Spots neben den Plakaten der „mach´s mit“-Kampagne die am häufigsten wahrgenommen Aufklärungsmedien. Die Anti-Aids-Spots der BZgA  sind bei FernsehzuschauerInnen und KinogängerInnen sehr beliebt, der Spot “Supermarkt” (“Tina, wat kosten die Kondome ?” 1990) besitzt Kultcharakter.

Entwicklung und Inhaltliche Schwerpunkte

Zu Beginn der Kampagne stand das Ziel im Vordergrund, Informationen über Ansteckungswege und unbedenkliche Alltagskontakte zu vermitteln und zum Schutz vor einer möglichen HIV-Infektion aufzurufen. In einer nächsten Phase ging es vorrangig darum, das Kondom als sicheres Schutzmittel bekannt zu machen. Ein weiteres zentrales Ziel der Aids-Aufklärung und somit der Spots war und ist die Förderung eines solidarischen Verhaltens gegenüber HIV-infizierten und an Aids erkrankten Menschen.

Auf der Basis des entwickelten Problembewusstseins und des hohen Wissenstandes zum Thema HIV/Aids innerhalb der Bevölkerung sind seit ca. 1990 neue Kernthemen für die Spotproduktion entstanden: die Motivation zur Nutzung von Kondomen und die Sensibilisierung für das eigene Risikoverhalten. Diese Schutzbotschaft ist im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten umgesetzt worden: Das  Thema „Schutz auf Reisen“ stand im Mittelpunkt der Spots „Traumreise“ (1994) und  „Wherever you go“ (1997). In Spots wie z.B.  „Das Gespräch“ (1994) und „Geräuschkulisse“(1996) wurde das Thema  der Verständigung der Partner über den Kondomgebrauch in ihrer  intimen Kommunikation aufgegriffen, während z.B. „You can´t rewind“ und „Pommes“ das Thema „Junge Liebe-Schutz in neuen Beziehungen“ behandelten. Das seit 1987 zentrale Thema „Solidarität“ wurde in Form von Spots wie z.B. „Volleyball (1993) und „Solidarität“ (2001) wiederholt umgesetzt.

Dauernde Aktualisierung und Qualitätssicherung

Seit dem Beginn der TV- und Kino-Spotkampagne  hat sich die Medien- und insbesondere die TV-Landschaft sehr verändert. Dies und die insgesamt  höhere Dynamik ider Bildkommunikation sowie verändertes Rezeptionsverhalten haben sich auch auf die Spotproduktion der BZgA ausgewirkt. Anstelle der früher rund 1-minütigen Spots sind Spots heute nur ca. 30 Sekunden lang. Zudem wird stets nach innovativen Ideen und Wegen gesucht, um die Aufmerksamkeit der ZuschauerInnen für die Schutzbotschaft zu erhalten und neu zu gewinnen. So konnte beispielsweise der Spot „Der Ring“ (2003) durch seine besondere, an die Machart von „Herr der Ringe“ angelehnte Umsetzungsart die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewinnen. Auch die Mitwirkung von Prominenten wie z.B. Christiane Paul und Oliver Korritke in „Roulette“ (1999) hat sich als probates Mittel zur Platzierung und Erinnerung der Schutzbotschaft gezeigt.

Auf der Basis von regelmäßigen Evaluationen und wissenschaftlichen Untersuchungen werden die Spots auf inhaltlicher und ästhetischer Ebene fortwährend weiter entwickelt. Mehr zur Evaluation von TV- und Kinospots allgemein ...

Sendeplätze

Die TV und Kinospots sind mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und hoher Reichweite ein besonders sichtbarer und unverzichtbarer Bestandteil der Aids-Kampagne der BzgA.  Die Spots werden in Form von bezahlten Kinoschaltungen, durch die kostenlose Ausstrahlung im Fernsehen und durch kostenpflichtige Diskothekenschaltungen verbreitet.

An der kostenfreien Ausstrahlung im Fernsehen beteiligen sich fast alle TV-Sender in unterschiedlicher Ausprägung. Nachdem die Spots in den Anfangsjahren vorwiegend von öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ausgestrahlt wurden, sind es seit Ende der 90er Jahre verstärkt die privaten TV-Sender, die die Aids-Spots der BzgA senden.

Die bundesweite Kinoschaltung der Aids-Spots findet jedes Jahr zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember und in den unmittelbar darauf folgenden Wochen statt. Auf diesem Weg werden die Spots bundesweit mehrere Wochen lang in bis zu 400 Kinos vor einem mehrheitlich jungen Publikum vorgeführt. Zudem werden sie in den Sommermonaten unregelmäßig auch in Open-Air-Kinos gezeigt.

Durch den Einsatz der Aids-Spots in den 400 größten Diskotheken in Deutschland werden vor allem 14- bis 29-Jährige erreicht. Im Rahmen des Diskothekenprogramms der Firma MUVI sehen monatlich über 4 Millionen BesucherInnen von Diskotheken, Jugendtreffs und Musikshops die BZgA-Spots zur Aids-Prävention.